Zweigvereine 63 Der Vorstand des Zweigvereins Hans-Jürgen Markolf, 1. Vorsitzender, Werner Keller, 2. Vorsitzender, Ingrid Breiding, Schatzmeisterin, Hartmut Denecke, Schriftführer, Thomas Lotze, Dr. Susanne Rappe-Weber, Sigrid- Anne Reuß und Karin Roßberg, Beisitzer. Mitgliederstand am 1.1.2022: 97 (Eintritte: 1, Austritte: 6, Todesfälle: 2) Zweigverein Witzenhausen Aus dem Jahresbericht 2021 Von Januar bis August fanden keine Veranstaltungen mehr im ZV Witzenhausen statt und auch keine Fahrten. Erst im September 2021 konnten wir wieder loslegen. Am 21. September lasen im Großen Saal auf Burg Ludwigstein York-Egbert König und Kristin Schwamm aus Eschwege aus dem Briefwechsel von Lisa Heise sich auf 757.000 Reichsmark. Bei der Übernahmefeier am 15. Dezember 1930 wurde die Ziegenhainer Anstalt als „eine der schönsten Anstalten, wenn nicht gar die schönste in Preußen“ und als den Anforderungen des modernen Strafvollzugs in jeder Weise gerecht werdend gelobt. Nach 1933 war eine der ersten Maßnahmen der neuen Machthaber die Einrichtung von Luftschutzräumen für die Gefangenen. Neu war jetzt die Verwahrung politischer Gefangener (54 Ende März 1937) und die Abschiebung nichtdeutscher Gefangener als „lästige Ausländer“. Anlässlich von Weihnachten 1936 wurde den Gefangenen die Versendung einer Weihnachtskarte erlaubt. Da sie als Drucksache verschickt werden sollte, waren nur fünf Worte möglich. Im Oktober 1940 saßen 306 Männer in der Strafanstalt ein. 1943 wurde gemeldet, dass drei Gefangene entwichen seien. Einer davon wurde auf der Flucht erschossen, ein anderer wieder ergriffen und wegen Meuterei hingerichtet. Im November 1944 war die Anstalt einschließlich der Außenstellen mit 846 Männern belegt. Mit dem Einmarsch der Amerikaner gelangte die Anstalt in ihre Hände und wurde erst im August 1946 zurückgegeben. Der Vorstand meldete: „In Folge der zurückliegenden Zeitverhältnisse wurde die Anstalt fast völlig ausgeplündert“. Die Gefangenen mussten auf Stroh schlafen, zum großen Teil ohne Decken. Im März 1953 war das Gefängnis wieder mit 339 Männern belegt. Das Frauenzuchthaus war 1882/83 durch den Umbau des Fruchthauses entstanden und wurde als solches bis 1956 genutzt. Die durchschnittliche Belegung betrug 130 Frauen. Im Herbst 1944 waren es 800, darunter viele politische Gefangene. Hans Merle stellt sechs von ihnen vor. Unter den großen Verlusten von Akten am Ende des Zweiten Weltkrieges hat die Ausarbeitung der Buchreihe durch Merle sehr gelitten. Dennoch hat er zusammengetragen, was in den Hessischen Staatsarchiven zum Thema zu finden war, außerdem Material aus weiteren Quellen und der Sekundärliteratur, die aber nicht konsequent genutzt wurde. Die dargebotenen Dokumente betreffen zum großen Teil die bauliche Unterhaltung, woraus aber Rückschlüsse auf die sozialen Verhältnisse möglich sind. Hans Merle, Das alte Schloss zu Ziegenhain. Frauenzuchthaus 1880–1950/Männerstrafanstalt 1925–1950. Alle drei Bände dieser Dokumentation sind im Museum der Schwalm in Ziegenhain zu bekommen. Bernd Lindenthal, HNA/Schwalmstadt
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