42 Zweigvereine
Arnd Friedrich (Haina-Dodenhausen) am Freitag,
10. März. Der Historiker und Pfarrer hat das
Hainaer Hasenglocken-Motiv an weiteren Orten
und in neuen Varianten beobachtet, zum
Beispiel als Fischmotiv an einem pommerschen
Zisterzienserkloster (40 Teilnehmer)
Ein interessantes Stück Zeit- und Schulgeschichte
des Frankenberger Gymnasiums Edertalschule
wurde am Freitag, 21. April, beim
Vortrag von Rektor a. D. Walter Sellmann (Allendorf/
Eder) „So erlebten wir die Penne“ lebendig.
Am Beispiel der Klasse, die im Herbst
1947 in die Sexta aufgenommen wurde und
1956 die Reifeprüfung ablegte, zeigte er die
pädagogischen Zielsetzungen jener Zeit. Unter
den Zuhörern waren auch mehrere Ehemalige
(52 Teilnehmer).
Dass Hessen mit seinem Landgrafen Philipp
dem Großmütigen (1504–1567) das eigentliche
„Pionierland der Reformation“ gewesen
ist, machte am Mittwoch, 3. Mai, der Journalist
und Buchautor Klaus Brill (Frankenau-Ellershausen)
vor vielen Zuhörern in Wort und
Bild sichtbar. Er präsentierte dort seinen unter
diesem Titel zum Lutherjahr 2017 erschienenen
Kultur- und Reiseführer mit fesselnden Schilderungen,
Leseproben und ausgesucht schönen
Bildern (56 Teilnehmer).
Aus eigenem Erleben und vielen Zeitzeugenberichten
beschrieben am Freitag, 12. Mai,
Horst W. und Marlene Gömpel aus Treysa
„1946 – Vertreibung aus dem Sudetenland, Integration
in Nordhessen“. Sie stellten ihr Buch
„… angekommen!“ vor, das auf 500 Seiten die
Vertreibung der Sudetendeutschen dokumentiert,
Zeitzeugen hier und Zurückgebliebene in
Tschechien wurden befragt (38 Teilnehmer).
Vielfältige Einblicke in ihre Geschichte bot
bei einer Exkursion am Samstag, 10. Juni, die
Stadt Friedberg mit Judenbad, mittelalterlicher
Burg und römischem Bad. Im Burghof erinnerte
an einer Stele Dr. Michael Lapp an den früheren
Pfarrer Dr. Gustav Hammann, der 1945 als
Soldat die Stadt Friedberg kampflos den Amerikanern
zu übergeben half. Auf der Heimreise
wurde die Gruppe im Stadtmuseum Butzbach
von der Historikerin Gail Schuncke begrüßt
und durch die Sonderausstellung für den Freiheitskämpfer
Friedrich Ludwig Weidig geführt
(32 Teilnehmer).
„Eigensinn. Widerstandsformen der ländlichen
Bevölkerung im 18. und 19. Jahrhundert“
war das Thema eines Vortrags von Prof. Dr.
Siegfried Becker (Marburg) am Freitag, 18. August.
Er beschrieb mit vielen Bildbeispielen die
subtilen Äußerungen von Widerständigkeit in
der Alltagskultur der oberhessischen Dörfer, die
von der Obrigkeit durchaus wahrgenommen
und bekämpft wurden (26 Teilnehmer).
Am Samstag, 9. September, nahmen Mitglieder
des ZV Frankenberg am Tag der hessischen
Landesgeschichte in Marburg teil. Den Festvortrag
hielt Prof. Dr. Wolf-Friedrich Schäufele
über die „Universitätsstadt Marburg und den
reformatorischen Bildungsauftrag“. Eine der
Führungen ging zur großen Ausstellung „Bildungsereignis
Reformation“ ins Landgrafenschloss.
Als besonderer Beitrag des Geschichtsvereins
in Zusammenarbeit mit der evangelischen
Kirchengemeinde Frankenberg war am Freitag,
6. Oktober, der Vortrag „Der Humanist Eobanus
Hessus und Luther“ von Prof. Dr. Hermann
Wiegand (Mannheim) gedacht. Er schilderte
in der dunklen gotischen Liebfrauenkirche
Luthers
Verhältnis zu den Erfurter Humanisten
und ordnete besonders die Lobelegien auf
Luther
des Poeten-Königs Hessus in ihren historischen
und geistesgeschichtlichen Kontext
ein (89 Teilnehmer).
Am Beispiel zweier prachtvoller Wandgrabmale
in Korbach und Bad Wildungen sprach