Zweigvereine 35
Am 23. August 2017 führten unsere Vereinsmitglieder
Kurt Sänger und Rolf Fröhlich
eine große Gruppe Interessierter durch Gensungen.
In der archäologisch-historischen Führung
wurden die Teilnehmer über wichtige archäologische
Fundplätze informiert und anhand
von Fotos wurden Veränderungen im Gensunger
Ortsbild der letzten 100 Jahre aufgezeigt.
Die Teilnehmer wurden auch über längst vergangene
Gebäude informiert, zum Beispiel über
das frühere Sägewerk der Familie Fröhlich oder
über das alte Gensunger Schützenhaus, welches
einem Brand zum Opfer fiel. Anschließend
saß die Gruppe an diesem lauen Sommerabend
noch lange im Museumshof bei Bratwurst und
kühlen Getränken zusammen und diskutierte
über längst vergangene Zeiten.
Am 18. Oktober 2017 hielt Karl-Hermann
Wegner aus Kassel einen Vortrag zum Thema
„Hessen-Kassel im Zeitalter der Französischen
Revolution – Die Landgrafschaft als bedeutender
Staat im Alten Reich 1785–1806“.
Herr Wegner, lange Jahre Vorsitzender des Vereins
für hessische Geschichte und Landeskunde
und des Zweigvereins Kassel sowie Leiter
des Stadtmuseums Kassel, referierte über die
Ereignisse der damaligen Zeit. Landgraf Friedrich
II. war ein anerkannter Fürst des Absolutismus.
Unter seiner Regentschaft bestimmten
bedeutende Minister, Wissenschaftler und
Gelehrte von Kassel aus das geistige Deutschland
und bestimmten damit auch das Verhältnis
der Landgrafschaft zu den Ereignissen
der Französischen Revolution. Sein Sohn
und Nachfolger Landgraf Wilhelm IX. entließ
die Ratgeber und wurde zum entschiedenen
Feind der Französischen Revolution. Er persönlich
führte seine Truppen an der Seite des
preußischen Königs 1792–1795 gegen Frankreich.
Nach der Neuordnung Europas unter
Napoleon
blieb dem unterlegenen Landgrafen
nur die Flucht aus seinem Land, das dann unter
Jérôme,
dem Bruder Napoleons, ein Teil des
Königreichs Westphalen wurde. Trotzdem blieb
Kassel
ein Zentrum der Kultur. Im Bauwesen
und bei den Parkanlagen spielte der Fürst weiterhin
eine führende Rolle und die Löwenburg
sowie Schloss Wilhelmshöhe und der nach
englischem Vorbild gestaltete Landschaftspark
waren von zukunftsweisender Bedeutung für
ganz Europa.
Zu Beginn des Vortrags wurde daran erinnert,
dass am 7. August 1867, also vor 150
Jahren, in Gensungen eine Jahresversammlung
des 1834 gegründeten Vereins für hessische
Geschichte und Landeskunde stattfand.
Der damalige Vorsitzende Dr. Bernhardi hielt
einen Vortrag zum Thema „Die Aufgabe des
Vereins für hessische Geschichte in Beziehung
auf die älteste Landesgeschichte“ und die Versammlungsteilnehmer
besuchten die umliegenden
Burgen. Damals existierte zwar der ZV
Felsberg noch nicht, dieser wurde erst 1964 gegründet,
aber es gab schon geschichtsinteressierte
Felsberger und Gensunger, die Mitglieder
im Verein für hessische Geschichte und Landeskunde
waren.
Ebenfalls wurden zu Beginn des Vortrags
zwei langjährige Mitglieder unseres Vereins
geehrt. Hierzu konnten wir die 2. Vorsitzende
des Vereins für hessische Geschichte und
Landeskunde 1834 e.V., Frau Ruth Piro-Klein,
begrüßen. Gemeinsam mit dem 1. Vorsitzenden
des Zweigvereins Felsberg zeichnete sie
Frau Ingrid Rittger und Herrn Ralf Löber für
25-jährige Mitgliedschaft im Verein aus. Ingrid
Rittger
ist Trägerin des Georg-Landau-Preises
2008, der ihr beim Tag der hessischen Landesgeschichte
in Wanfried überreicht wurde. Dieser
Preis wurde zum 150-jährigen Jubiläum
des Vereins für hessische Geschichte und Landeskunde
gestiftet und soll als Auszeichnung
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