48 Zweigvereine am 7. September durch Wahlershausen, ein zweiter folgte am 5. November unter dem Titel „Schöne Aussichten“ über den Auehang. In Wahlershausen zeigte der Rundgang die historische Dichte des Stadtteils, vom gut erhaltenen Ortskern über die Bezüge zu Weißenstein/ Wilhelmshöhe, die Wilhelmshöher Allee (ab 1768), den Bau von Sanatorien, Kurhäusern und Villen (nach 1866) bis zur Eingemeindung 1906. Dabei ging Jürgen Fischer auch auf die wenig bekannte gewerbliche Geschichte ein. – Die Schöne Aussicht der 1688 gegründeten Oberneustadt war seit Friedrich II. für einige Jahrzehnte Teil einer 800 m langen Stadtkante oberhalb der Aue, vom Schlosswall über Paradeplatz, Rennbahn und Friedrichsplatz bis an die Fünffensterstraße. Zugleich eröffnen sich hier Blicke auf vier historische Sternwartenstandorte: Schloss, Kunsthaus, Zwehrener Turm, Observatorium (heute Palais Bellevue). Am 10. November hielt Prinz Rainer von Hessen im Hörsaal des Landesmuseums einen Vortrag über „Kurfürst Wilhelms Schwäche für Ruinen“ (in Kooperation mit dem Museumsverein und dem Verein Bürger für das Welterbe). Der Herausgeber und Übersetzer von Wilhelms Lebenserinnerungen ordnete Planungen und Bauten ein – man denke an den bewohnbaren Ruinenturm in Wilhelmsbad und schließlich an die Löwenburg in Wilhelmshöhe. Der Rundgang „Schöne Aussichten“ hat mit den Sternwartenstandorten auch einen aktuellen Kontext: So ist das Schicksal des Astronomisch- Physikalischen Kabinetts unklar, Orangerieschloss, Originalzustand: An die Wohnpavillons schließen axial die großen Fest- und Orangeriesäle mit Brunnen, Öfen und Statuen an, in der Mitte verbindet eine offene Halle Vor- und Karlsaue (Rekonstruktion: Christian Presche, graphische Grundlage: Alois Holtmeyer: Die BuKD im Reg.-Bez. Cassel, Bd. VI, Kreis Cassel-Stadt, Marburg 1923, Tafel 202 [Zustand um 1920]). Stadtansicht (Ausschnitt) um 1782, vom Palais Bellevue bis zum Schloss (rechts); auf dem Zwehrener Turm (rechts der Bildmitte) ein Fernrohr. (J. H. Tischbein d. Ä. / G. W. Weise [Stich], im Stadtplan von 1781/82.)
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