Vortrag zum Thema „100 Jahre Frauenwahlrecht“ von Ruth Piro-Klein am 27. April 2022 beim Zweigverein Rotenburg

100 Jahre Frauenwahlrecht

 

Ruth Piro-Klein, 2. Vorsitzende des Vereins für hessische Geschichte und Landeskunde, schilderte am 27.04.2022 um 18.00 Uhr in einem Bildvortrag den Mitgliedern und Gästen des Zweigvereins Rotenburg/Fulda die Einführung des Frauenwahlrechts 1918 und die Auswirkungen dieser politischen Veränderung bis heute.

 
 
Herr Gerhard Rabe, Vorsitzender des ZV Rotenburg, und Frau Ruth Piro-Klein, stellvertretende Vorsitzende des VHG
 

Jahrhundertelang hatten Frauen keine politische Stimme. Aussagen wie „Politik ist Männersache“ oder „Frauen sind an Politik nicht interessiert“ beherrschten die Einstellung zu diesem Thema. Erst der Erste Weltkrieg und die nachfolgende Revolution mit ihren radikalen gesellschaftlichen Veränderungen führte zu einem Umdenken. Im November 1918 wurde im Reichsgesetzblatt das Wahlrecht für „alle mindestens 20 Jahre alten männlichen und weiblichen Personen“ verkündet. So durften erstmals Frauen in Deutschland am 19. Januar 1919 an den Wahlen zur verfassungsgebenden Nationalversammlung teilnehmen. In anderen europäischen Ländern ließ dieses Zugeständnis an Frauen teilweise noch Jahrzehnte auf sich warten. Aber auch in Deutschland war es nur ein Schritt in die richtige Richtung. Bis zur vollen Gleichberechtigung sollte es noch lange dauern. Erst das Grundgesetz von 1949 gestand Frauen die gleichen bürgerlichen Rechte wie den Männern zu. Der Vortrag schildert die Entwicklung hin zum Frauenwahlrecht sowie die Auswirkungen seiner Einführung im öffentlichen Leben in Deutschland. Er geht aber auch der Frage nach, wie sich die politische Situation heute, nach 100 Jahren, darstellt. Ruth Piro-Klein, Lehrerin und 30 Jahre lang Leiterin des Bildungszentrums am Stadtkrankenhaus Korbach, schildert den langen Weg zur Gleichberechtigung und geht der Frage nach „100 Jahre Frauenwahlrecht – Ziel erreicht?“